Die Sportsbar

Sie ist vielleicht kein Klassiker, jedoch nicht zu unterschätzen: die Sportsbar. Hier geht es ja um Bars, Restaurants und das Dazwischen, aber eben nicht um Kneipen. Daher ist es vielleicht wichtig, darauf hinzuweisen, dass ein Bierausschank, der vielleicht auch Frikadellen und einen Sportsender im Angebot hat, definitiv keine Sports-Bar ist. Wichtig ist auch das Thema „Ketten“. Denn natürlich investieren gerade Franchiser eher in Verträge mit Sportsendern als die gute Cocktail-Bar von nebenan. Und selbstredend gibt es viele Pubs mit Fußball-Übertragungen und entsprechendem Publikum. Bevor dem gesellschaftlichen Ereignis „Live-Sport“ nicht abgeneigten, Hooligans aber meidenden Publikum also zugemutet werden müsste, in Wettstuben zu gehen, um dort in Ruhe einen Kaffee trinken zu können … Genau: Lieber einen Cocktail in einer ordentlichen Sportsbar!

Aber was ist eine „ordentliche“ Sportsbar? Ohne Namen zu nennen und auf regionale Unterschiede einzugehen lässt sich vieles anführen, das auch auf die „klassische Bar / Cocktail-Bar“ zutrifft, wenn auch abgeschwächt. Denn eine Sportsbar hat in der Regel eine Auswahl an Cocktails und Longdrinks, bietet aber auch vieles von dem, was ein Kneipen-Restaurant ausmacht. Wichtig: Es ist eben dennoch eher eine Bar mit Sportübertragungen als eine Kneipe mit Leinwand oder gar ein Imbiss mit Fernseher! Womit die Richtung vorgegeben ist: Es gibt Barkeeper und verschiedene Sitzmöglichkeiten, egal ob für Einzelpersonen, Paare, Klein- oder Großgruppen. Es gibt natürlich auch eine Speisekarte, wahrscheinlich sogar mit Burgern darauf, aber halt auch eine ebenfalls reichhaltige Getränkeauswahl – selbst wenn die Gäste „leider“ – so wird es die Service-Kraft sagen – nicht zwingend deren gesamte Bandbreite ausnutzen. Sollte also ein Zweifel bestehen an dem „Bar“-Charakter des Hauses: Falls einmal eine Zutat „ausgegangen“ ist, kann das ein-, zweimal passieren. Im Gespräch mit dem Barkeeper aber kann sich recht schnell zeigen, ob und was er stattdessen anzubieten hat. Vielleicht „zaubert“ er ja gerne etwas Köstliches, das womöglich nicht einmal auf der Karte steht. Und dann weiß der Gast: Dies ist eine Bar, Kette hin oder her.

Gerade in Städten mit einer erfolgreichen Fußballmannschaft gönnt sich ein Barbetreiber oft einfach gern das Recht auf Live-Übertragungen. Also können an jedem Tag der Woche interessante Spiele gezeigt werden – und plötzlich gilt eine Bar als „Sportsbar“. Es gibt also für Fans der gepflegten Bar-Kultur keinen Grund, von vornherein einem Etablissement den Status „Bar“ zu verweigern, nur weil täglich zwei bis vier Stunden lang Sport übertragen wird! Wichtig hierbei sind natürlich die Lautstärke und die Anzahl der Screens und Leinwände. Potentiell ist ein solches Haus für begrenzte Zeit mal eher eine Art Stadion. Aber danach vielleicht umso lieber wieder „nur“ Bar.

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